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Ubuntu - ein ungewöhnlicher Name für ein verblüffendes Konzept
von Andrea Wipplinger - Donnerstag, 21. Juli 2005, 08:50
 

Beitrag von Uwe Schlenther

Moderne Betriebssysteme sind häufig umfangreich, mit Funktionalität überladen, schwierig zu installieren - und häufig nur für echte Experten durchschaubar. Mit Ubuntu tritt ein neuer Kandidat an, der es dem Anwender auf verblüffende Weise einfach macht.

Die Vorgeschichte

Ubuntu ist ein Wort aus der Zulu-Sprache und bedeutet etwa "Menschlichkeit gegenüber anderen". Ubuntu ist der Name einer neuen Linux-Distribution, die es dem Anwender besonders einfach machen möchte.

Hinter Ubuntu steht die Firma Canonical, die ihren Sitz auf der Isle of Man hat. Die Firma gehört Mark Shuttleworth, der neben seinen Aktivitäten in der Open Source-Szene auch als erster Weltraum-Tourist auf der internationalen Raumstation ISS bekannt wurde. Shuttleworth war es, der das Projekt Ubuntu startete und finanziert. Zukünftig wird die Arbeit an Ubuntu von der neugegründete Ubuntu Foundation koordiniert.

Was ist Ubuntu?

Ubuntu ist ein Betriebssystem, das für unterschiedliche Arten von PC-Computern verfügbar ist. Es läuft sowohl auf Computern mit Intel-kompatiblem Prozessor, Geräten mit AMD64-Prozessor und auf Power PC-Rechnern. Ubuntu basiert auf Linux, genauer gesagt auf der Linux-Distribution Debian. Dadurch besitzt Ubuntu die bekannte Schnelligkeit und Stabilität von Linux.

Besonderes Augenmerk legt man bei Ubuntu auf Einfachheit. Ubuntu soll einfach zu beschaffe, einfach zu installieren und einfach zu bedienen sein:

  • Ubuntu kann jederzeit kostenlos aus dem Internet heruntergeladen werden. Es handelt sich dabei um ein etwa 500MB großes CD-ROM-Abbild, das man auf einen normalen CD-Rohling brennen kann. Wenn man Ubuntu nicht gleich installieren möchte, kann man die Live-Version herunterladen, die direkt von CD startet. Steht nur eine langsame Internetverbindung zur Verfügung, so kann man sich bei Canonical im Internet kostenlose CD-ROMs bestellen. Alles, was über die Installations-CD hinausgeht, bezieht Ubuntu direkt und aktuell aus dem Internet.
  • Das Installationsprogramm von Ubuntu verzichtet vollkommen auf graphischen Schnickschnack. Man verwendet es normalerweise nur ein einziges Mal - deshalb wurde es so einfach wie möglich gehalten. Es werden alle wesentlichen Komponenten installiert, ein Internet-Zugang eingerichtet, und schon kann man das System benutzen.
  • Die Anwendungsprogramme sind sehr sorgfältig ausgewählt. So gibt es z.B. mit Firefox nur ein einziges Browser-Programm und mit Evolution nur ein einziges E-Mail-Programm, das obendrein an Outlook erinnert. Ubuntu möchte den Benutzer nicht mit mehreren Anwendungsalternativen verwirren. Erfahrene Anwender können selbstverständlich jederzeit Programme nachinstallieren.

Insgesamt ist Ubuntu also eine runde Sache und ein Betriebssystem, das deutlich auf den Heimanwender oder den Büroanwender abzielt. Die verblüffende Einfachheit von Ubuntu zieht mittlerweile so viele Anwender in ihren Bann, daß aktuelle Statistiken Ubuntu eine enorm schnell wachsende Fangemeinde bescheinigen.

Unterstützung

Diese Fangemeinde ist es auch, die einen Großteil der Unterstützung zu Ubuntu liefert. Ganz im Sinne des Namens - Menschlichkeit gegenüber anderen - hilft man sich gegenseitig. Und das auch noch auf eine sehr freundschaftliche Art und Weise. Wikis beantworten die häufigsten Fragen bereits vorab und informieren über Kompatibilität von Hardware-Komponenten. In Diskussionsforen kann man Fragen einstellen, die dann meist binnen weniger Stunden von erfahreneren Anwendern beantwortet werden. Dabei herrscht - im Gegensatz zu vielen anderen Foren im Internet - ein sehr angenehmer Umgangston.

Ein System mit Zukunft

Insgesamt ist Ubuntu ein Betriebssystem mit Zukunft. Es besitzt Eigenschaften, die man bei anderen Systemen vergeblich sucht - vor allem die Beschränkung auf ein bestechend sinnvoll zusammengestelltes Grundsystem.

Laden Sie doch einfach einmal die Ubuntu Live-CD herunter und probieren Sie es aus. Oder fragen Sie den Kursleiter bei Ihrem nächsten VHS-Kurs - vielleicht hat er eine Ubuntu-CD übrig. Auch bei der Verbreitung von Ubuntu ist nämlich der Name als Motto zu verstehen!

Informationen im Internet

Ubuntu-Homepage: http://www.ubuntulinux.org
Deutschsprachige Support-Webseite: http://www.ubuntuusers.de
Artikel bei Spiegel Online


Artikel bei Der Standard
Artikel bei ORF futurezone