Picture of vhs stuttgart*
Die Galerie TREFFPUNKTarchitekturfotografie zeigt Lukas Roth - Architekturfotograf
by vhs stuttgart* - Mittwoch, 11 Februar 2009, 10:46
 
12.02. - 30.04.2009

Roths Anliegen ist es, Architektur so dokumentarisch wie möglich zu fotografieren. Dies ist allerdings nur bedingt möglich. Schon der Ausschnitt oder die gewählte Lichtstimmung stellen eine Inszenierung dar. „Dokumentarisch betrachtet müsste man auch Autos, Straßenlaternen sowie die städtebauliche Eingliederung mit fotografieren. Nur so kann sich der Bau auch in Bezug auf sein Umfeld positionieren – egal wie scheußlich es ist. Aber meistens wollen die Architekten das ja nicht.“ Weiterhin lässt sich eine Ästhetisierung durch die Fotografie nicht vermeiden. Die Großformatkamera ermöglicht es dem Fotografen, Standpunkt und Perspektive voneinander zu lösen. Stürzende Linien können dabei in einem Maße ausgeglichen werden, dass sie über die gesamte Bildebene parallel und rechtwinklig zueinander stehen. Das erzeugt eine Monumentalität, die dem Bild etwas „majestätisches“ verleiht.

Für Roth bedeutet Architekturfotografie das Übersetzen von „gebauter dreidimensionaler Architektur“ in ein „zweidimensionales Abbild“. Charakteristiken, die ein Bauwerk auszeichnen und im Dreidimensionalen bei jedem Licht erfahrbar sind, werden durch den bestmöglichen Sonnenstand so deutlich hervorgeholt, dass sie auch über das Foto erlebt werden können. Diese Art der Idealisierung dient Roth jedoch nicht dazu, das Gebäude schöner erscheinen zu lassen, sondern um möglichst klar das Wesen des Gebäudes und damit den Entwurfsgedanken des Architekten zu zeigen.

Die Zusammenarbeit mit Architekturbüros wie Felder, Peter Kulka und Wiegmann & Trübenbach aus Köln, Helmut Riemann, Lübeck und Christian Bauer, Paul Bretz Architects aus Luxemburg sowie dem Lichtplanungsbüro Licht Kunst Licht, Bonn/Berlin ermöglichen es Roth, nur noch im Auftrag arbeiten zu können.

Seit 2002 nimmt Roth sich wieder Zeit und Muße für seine künstlerische Arbeit. Für ihn bedeutet Kunst eine Befreiung von den Konventionen der Arbeit als auch des Sehens. Architekturfotografie allein ist für Roth noch keine künstlerische Arbeit.

Lukas Roth, Jg. 1965, hat an der Ecole Nationale Supérieure de la Photographie in Arles, Frankreich studieret. „Der Hauptgrund, warum ich an diese Schule wollte, war die gleichberechtigte Ausbildung in den Bereichen Kunstgeschichte, Theorie und Praxis, sowie Handwerk und Kunst.“ Workshops mit Fotografen aus der Werbe-, Architektur-, Reportage- als auch Kriegsfotografie ergänzen berufsorientiert den Lehrplan. Im dritten Jahr spezialisiert sich Roth auf die Architekturfotografie und schließt als ein Teil seines Diploms das Studium mit einer fotografischen Arbeit über die Restaurierung einer südfranzösischen Klosteranlage ab. Seit 1991 arbeitet er freiberuflich als Fotograf. Er war Gastdozent an der Technischen Universität Darmstadt sowie an der Hochschule für Künste Bremen. 2004 erhielt er eine der renommiertesten Auszeichnungen für Fotografie, den Otto Steinert Preis der Deutschen Photographischen Gesellschaft.

Vernissage mit Live-Musik und Sekt:
Mittwoch, 11.02.2009, 19.30 Uhr
TREFFPUNKT Rotebühlplatz
1. und 2. OG
Rotebühlplatz 28
70173 Stuttgart

Ansprechpartner:
Rüdiger Flöge (DGPh), Kurator
Telefon: 0711/1873-790
Fax: 0711/1873-709
E-Mail: ruediger.floege@vhs-stuttgart.de
www.treffpunkt-rotebuehlplatz.de/ausstellungen
www.vhs-photogalerie.de